Chronik unseres Vereins

Die Ortsgruppe des SV, der Hundesportverein Plauen Echo e.V., wird 2008 einhundert Jahre seines Bestehens feiern.

Eine Idee findet auch in Plauen ihre Organisation - der Weg zur Gründung einer SV- Ortsgruppe.

Ehe es zur Gründung einer Ortsgruppe des SV kam, standen in Plauen in der Zeit des Übergangs vom 19. zum 20. Jahrhundert andere Hunderassen im Vordergrund. Es waren die Jagdhunde, denen man damals ein besonderes Interesse entgegenbrachte. Die wirtschaftliche Entwicklung verhalf gerade zu jener Zeit der Stadt Plauen zu Bevölkerungswachstum und Aufschwung in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen. Vor allem die vermögenden Bürger der Stadt, die die Jagd ausübten, brachten Zucht und Ausbildung der Jagdhunde voran.

Als erster nachgewiesener kynologischer Verein in Plauen gründete sich 1904 der "Vogtländische Jagd- Club". Alfred Sieler, Erbauer und Besitzer der Tüllfabrik an der Morgenbergstraße, als Gründer des Vereines, war selbst passionierter Jäger, zeigte aber auch großes Interesse für andere kynologische Bereiche.

Die Arbeit von Rittmeister Max von Stephanitz, der den "Verein für Deutsche Schäferhunde" (SV) am 22.04.1899 in Karlsruhe aus der Taufe hob, aber auch Erkenntnisse vom Gebrauchswert anderer Rassen in den verschiedensten Bereichen führten in Plauen dazu, dass das Interesse an anderen Hunderassen zunahm.

Aus alten Zeitungsberichten bzw. von zeitnah lebenden Personen (z.B. Nicolaus Kaiser- Plauen 1955) ist überliefert, dass es auch und vor allem die Freunde des Deutschen Schäferhundes waren. Die Zahl an Hunden, besonders Dienst- und Gebrauchshunden der verschiedenen Rassen, reichte noch nicht aus, in Plauen eine Ortsgruppe des SV zu gründen.

1905 wurde für kynologisch orientierte Plauener der "Verein der Hundefreunde Vogtland e.V." gegründet. Dieser spielte bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges und auch unmittelbar danach eine wichtige Rolle. Es war erneut Alfred Sieler, der viele Jahre den Verein führte. Zu den ersten Vereinsmitgliedern am Gründungstag gehörten die Herren Schöppler, Hahn, Sämann, Bauerfeindt, Günther, Karl Forster und Albert Grimm, später der erste SV- Ortsgruppenvorsitzende in Plauen.

Plauen entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer kynologischen Adresse in Deutschland. Die erste Hundeausstellung fand bereits im Jahre 1906 statt. Namhafte Züchter jener Zeit waren u.a. Alfred Sieler, Bruno Sämann, Ludwig Bratvogel und Herr Fulda. Besonders hervorzuheben ist Max Hartenstein, Gutsbesitzer in Steinsdorf, der am Preißelpöhl den 1896 gegründeten Zwinger "Plavia" besessen hat. Er züchtete verschiedene Rassen und hatte so viele Hunde, dass er zur Fütterung wöchentlich ein Pferd vom Rossschlächter kaufte. Karl Forster, mit den in seinem Zwinger "von der Tennera" gezüchteten Airedale- Terriern, erlangte Weltruf.

Es verging nur kurze Zeit, bis in Plauen die Freunde des Deutschen Schäferhundes eine SV- Ortsgruppe gründeten. Die Angaben zum Gründungszeitpunkt schwankten von 1906 über 1907 bis 1908. Intensive Recherchen im Stadtarchiv der Stadt Plauen brachten Klarheit. Der Verwaltungsbericht der Stadt Plauen 1908- 1910, Seite 15, benennt offiziell das Jahr 1908:

"1908- Ortsgruppe Plauen und Umgegend des Vereins für Deutsche Schäferhunde (Sitz München)"

Dieses Datum wird durch das Plauener Adressbuch 1909/ 1910 bestätigt. Die Gründung erfolgte im "HotelKaiserhof" (31. Woche 1908 --- 27.07.- 02.08.1908).

Dem ersten Vorstand gehörten an:

Vorsitzender: Albert Grimm, Plauen, Wilhelmstraße 31
Stellvertreter: Max Spranger, Plauen
Kassenwart: Emil Galster, Plauen
Schriftführer: Erich Baas, Plauen

Fortan nahmen die Zahl der Deutschen Schäferhunde, die Zucht und die Ausbildung auch in Plauen eine rasante Entwicklung. Der Deutsche Schäferhund entwickelte sich zum vielseitigen und besten Gebrauchshund der Welt. Die Entwicklung der SV- Ortsgruppe Plauen kennt viele Höhepunkte, aber auch schmerzliche Einschnitte. Allein beide Weltkriege führten dazu, dass ein großer Teil der Schäferhunde und ihre Hundeführer für diese Kriege gebraucht wurden und dabei ums Leben kamen. Trotz aller Probleme und allen Leides, die SV- Ortsgruppe Plauen brachte immer wieder hervorragende Kynologen hervor. Einige Namen seien hier stellvertretend für viele weitere Mitglieder unseres Vereins genannt: Bruno Jahn, Nicolaus Kaiser, Kriminalinspektor Bernhard Ebert, Polizeihauptwachtmeister Kurt Hartung, Bürgermeister Adam Steinhäuser, Max Kober, Kurt Grünert, Fritz Poch, Martin Huster, Horst Seidel, Fritz Büttner, Bernhard Reibert, Harry Hartenstein, Joachim Meier, Gerd Schlosser, Bernd Büttner. Diese und viele weitere, ebenso verdiente Mitglieder der SV- Ortsgruppe Plauen, sorgten dafür, dass sich die Entwicklung bis zum heutigen Tag voran bewegte. Das gilt sowohl für die Zucht als auch für die Ausbildung. Zuchtwarte wie Hans Kießling, Martin Huster, Joachim Meier und Christoph Karing sorgten bzw. sorgen dafür, dass die Züchter der SV- Ortsgruppe Plauen (Hundesportverein Plauen Echo e.V.) ihre Zucht auf gesunde und leistungsfähige Deutsche Schäferhunde konzentrieren. In der Ausbildung wurde stets das Ziel verfolgt, sowohl in der Breite als auch in der Spitze solche Leistungen zu erzielen, um Sportfreunden die Teilnahme an Meisterschaften und anderen Wettbewerben zu ermöglichen. Die Sportfreunde Bernd Büttner und Stefan Grünert nahmen an zahlreichen DDR- Meisterschaften und internationalen Wettbewerben teil. So wurde Stefan Grünert in der Altersklasse 11- 14 Jahre 1965 in Weimar mit seinem Schäferhund Deutscher Meister. In der Altersklasse 14- 17 Jahre wurde Bernd Büttner 3. der Deutschen Meisterschaft 1965. Beide nahmen an der Jugendmeisterschaft der CSSR 1965 in Jablonec teil. Im Erwachsenenbereich waren es vor allem die Sportfreunde Holzapfel und Meier die an zahlreichen Meisterschaften der DDR teilnahmen und erfolgreich waren.

Auch nach 1989 wurde diese Arbeit fortgeführt. Mit rund 80 Mitgliedern ist die SV- Ortsgruppe Hundesportverein Plauen Echo e.V. darum bemüht, dass die Stadt Plauen eine kynologische Adresse bleibt.

Das wird sie auch im 100. Jahr des Bestehens in 2008 beweisen.

Autor: Dr. Norbert Martin,
Plauen, den 25. September 2007